13.03.2017 Youtubestars sind für vier Tage die neuen Lehrer an der Crucenia Realschule Plus

  • Mit Smartphones smart umgehen, das Camp zeigte Tricks und Fallstricke
  • Schüler schulen Mitschüler

Das Internet - Segen oder Fluch? Wohl ein bisschen von beidem. Dass die junge Generation wie selbstverständlich das Smartphone in der Tasche hat, ist bekannt. Was man damit alle machen kann, nicht.

Im Internet sind viele neue Berufsfelder entstanden, kreative Nutzung von Apps, aber auch die Frage nach Datenschutz und kluger Anwendung sind die andere Seite der Medaille.

"Wie funktioniert Instagram, Snapchat, wie werde ich ein Youtube-Unternehmer und warum man sich von vielen Dingen im Netz nicht blenden lassen sollte - das beschäftigt Jugendliche. Aber dazu blieb im Unterricht kaum Zeit. Deshalb war es mir ein Anliegen, das Projekt SmartCamp nach Bad Kreuznach zu holen", unterstreicht die heimische CDU-Abgeordnete Julia Klöckner, die selbst internetaffin ist, aber auch schon merkt, wie die schnellen Entwicklungen im Netz eher von den Jugendlichen beherrscht werden als von den Erwachsenen. 

"Und wem hören die jungen Leute am liebsten zu? Natürlich den Stars aus dem Internet, den Youtubern oder den so genannten Influencern, die ein Geschäftsfeld mit ihren Produktempfehlungen sich erarbeitet haben. Und die haben wir eingeladen für die Workshops mit den Schülern", und Julia Klöckner hatte sichtlich Spaß, selbst für drei Stunden die Schulbank zu drücken und zu lauschen.

Mit ab Bord waren neben dem Lehrerkollegium und der Schulleiterin Frau Allenbrand, der Kooperationspartner Karl-Heinz van Lier (Konrad Adenauer-Stiftung und Kooperationspartner), Jutta Allebrand (Schulleiterin der Crucenia Realschule Plus in Bad Kreuznach), Simone Stein-Lücke (Gründerin von bg3000, die das Smartcamp projektiert), Jörg-Alexander Albrecht (Huawei, Kooperationspartner und Sponsor).

Vier Tage lang waren Youtuber, Blogger, Instagram- und Prexiprofis die neuen Lehrer der 10. Klassen im digitalen Lerncamp. 90 Schülerinnen und Schüler lernten zum Beispiel den Youtuber Julez kennen. Nach den Workshops wissen sie nun, was man alles braucht, um einen erfolgreichen Blog zu gestalten, wie man an kostenlose Bilder im Netz rankommt, ohne das Urheberrecht zu verletzen, wie man seine eigenen Daten schützt oder Filme und Fotos hochwertig mit dem Handy ohne Geld in die Hand nehmen zu müssen, gestaltet. 

„Die Gesellschaft und die Technik verändern sich! In meiner Kindheit war der PC noch ein großes Gerät, C64 – heute passt er in eine Hosentasche und ich hab ihn immer bei mir. Das verändert unser Verhalten und unser Denken. Eine neue Technik braucht aber auch neue Regeln und es braucht ein Wissen um die Gefahren und die Chancen, die sie mit sich bringt. Deshalb unterstütze ich das Smart Camp sehr gerne als Schirmherrin“, sagte Julia Klöckner.

„In Deutschland stehen wir auf der digitalen Bremse! In der Lernbiographie der meisten jungen Leute, kommt die digitale Bildung nicht vor. Hier ist das Smart Camp ein tolles Angebot!“, betonte die Gründerin der Initiative mit dem Namen bg3000 Frau Simone Stein-Lücke. Die drei- bis viertägigen Camps sind ein Lernort für Schüler und Lehrer. Denn die neuen Lehrer sind die Stars der Schüler, vielen sind sie aus Youtube, Instagram und Snapchat bekannt. Und so hören die Schüler auch gespannt zu, wenn Youtuber Julez über „Product-Placement“ und den „Tausend-Kontakt-Preis“ (TKP) spricht. Karl-Heinz van Lier regte an, die Eltern in das Projekt miteinzubeziehen, „denn auch die könnten hier viel lernen“.

Frau Allebrand, die mit ihrer Schule erst kürzlich die Auszeichnung „Starke Schule“ der Hertie-Stiftung erhalten hatte, sieht das Camp als eine Auftaktveranstaltung zu weiteren Projekten, die sich mit digitalem Lernen beschäftigen. So möchte sie gerne die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen zu Botschaftern ihrer Mitschüler machen. In den kommenden Wochen sollen sie in den unteren Stufen ihr neues Wissen präsentieren und so selbst zu Lehrern werden.

Jörg-Alexander Albrecht, Repräsentant des Kooperationspartners Huwaei berichtete: „Es gibt durch das Internet viele neue Berufsfelder, diese sind eine Chance für die Schülerinnen und Schüler, die sie sich nicht entgehen lassen sollten. Der souveräne Umgang mit dem Netz ist daher sehr im Interesse des Unternehmens.“

Alle beteiligten waren sich nach dem Besuch der Workshops einig: Hier wäre man gerne mal wieder in der Schule! Alle haben etwas gelernt und Spaß an neuen Einsichten gehabt. Es lohnt sich, das Projekt Smart Camp weiter zu unterstützen!

Weitere Infos unter: http://smart-camps.de