Julia Klöckner: „Leistung muss gefordert und gewürdigt werden!“

Gespräch mit der Leiterin der Arbeitsagentur Bad Kreuznach, Gundula Sutter - Teilzeitausbildung soll gestärkt werden

Nachdem sich die heimische Landtagsabgeordnete, Julia Klöckner, und die Chefin der Kreuznacher Arbeitsagentur, Gundula Sutter, auf der Ausbildungsbörse begegnet sind, verabredeten Sie sich zu einem gemeinsamen Treffen, um über die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zu sprechen.



Julia Klöckner wollte wissen, wie die Arbeitsmarktsituation im Kreis ist und wie Menschen wieder mehr in Arbeit kommen können. Laut der aktuellen Statistik (März 2017) sind im Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt 17.267 Menschen arbeitssuchend. „Unauffällig“, lautet der Kommentar der mit reicher beruflicher Erfahrung aus Arbeitsagenturen im Saarland und Berlin-Neukölln ausgestatteten neuen Chefin. Die Fakten: 36,6% von ihnen sind Langzeitarbeitslose und 44,9% Frauen. Beide Gruppen haben es häufig besonders schwer, wieder in das Berufsleben einzusteigen. Erst recht, wenn die Ausbildung fehlt.

Gerade Frauen, die in jungen Jahren ein Kind bekommen und ohne Ausbildung sind, bekommen nur schwer einen Fuß auf den Arbeitsmarkt. In dieser Ausnahmesituation hilft die Arbeitsagentur mit einer geförderten Teilzeitausbildung. Die Bekanntmachung solcher Angebote ist Frau Sutter ein besonderes Anliegen.
Oberstes Ziel der neuen Chefin ist der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit und die Förderung und Weiterbildung von Arbeitnehmern im Betrieb und Betriebsübergreifend. Nicht die Angst vor einem Arbeitsplatzverslust durch fortschreitende Digitalisierung und Technisierung soll im Mittelpunkt stehen. Wichtig ist die Chance, in einem Unternehmen Arbeit zu finden und weiterzuentwickeln, die Zukunft hat. Frei nach dem Motto: „Der Arbeitnehmer der Zukunft ist heute schon in meiner Belegschaft“, wollen beide Frauen aufmerksam machen auf das Potential der Arbeitnehmer.

„Wer bereit ist, dazuzulernen, der hat gute Chancen auf einen Arbeitsplatz, der auch in Zukunft noch sicher ist!“, sagt Frau Sutter. Besonders im Handwerk, in der Pflege, im Straßenbau und in der Gastronomie fehlt es an Personal, Lehrstellen sind offen. „Hier können wir jedem Interessierten mehrere Stellenangebote mitgeben“. Der Mangel an Fachkräften in diesen Bereichen ist nicht nur auf die Demographie zurückzuführen, sondern auch auf die gesellschaftliche Geringschätzung der beruflichen Ausbildung. „ Nicht jeder muss studieren. Die akademische und berufliche Bildung sind gleichwertig und wir sollten Wert darauf legen, berufliche Bildung mehr zu unterstützen“, so Frau Klöckner. „Wenn jemand handwerklich wirklich etwas von Wert schafft, dann beeindruckt mich das. Auch als Gesellschaft können wir da mehr Anerkennung zeigen.“