Nikolaus Blättermann gibt Julia Klöckner Exklusiv-Führung

  •   Neues Drillingsfenster der Synagoge noch besser präsentieren
  •   Sorge über wachsenden Antisemitismus

Es war ein großes Fest, und der Anlass war ganz besonders: Die jüdische Synagoge bekam ein farbkräftiges Drillingsfenster - und zur Einweihung war auch der Künstler René Blättermann gekommen. Terminlich verhindert war damals die heimische CDU-Abgeordnete Julia Klöckner. Und so holte sie nun den Besuch nach - und bekam vom Vater des Künstlers, Nikolaus Blättermann, eine Exklusiv-Führung, er selbst wollte ihre die neuen Fenster zeigen. Dank vieler Sponsoren war das 90 000 Euro teure Projekt zu realisieren.

„Simchat Tora“ – Freude der Tora, heißt das neue Drillingsfenster, das in seiner kraftvollen Bildsprache viele Aspekte jüdischer Kultur und Religion erstrahlen lässt. „Die Synagoge in Bad Kreuznach und ihre Gemeinde sind etwas Besonderes, hier wird Tradition und Blick in die Zukunft gelebt. Wichtig ist, seine Wurzeln zu kennen. Und Juden, Christen und Muslime haben die gleichen Wurzeln, wir alle haben das Alte Testament als Grundlage. Zurecht ist Herr Blättermann stolz auf seinen Sohn. Dessen Werk ist beeindrucken. Die starken Farben in den Fenstergläsern , mit denen durch vielschichtige Symbolik die wechselvolle Geschichte des jüdischen Volkes bis in unsere heutige Zeit hinein dargestellt werden, sind wohl einmalig. Nicht nur wegen der Art der Darstellung, sondern wegen des Dargestellten selbst“, so die studierte Theologin Julia Klöckner.

„Hier können auch viele Schulklassen etwas lernen. Wir freuen uns, dass es immer mehr Interesse an Führungen hier gibt, auch gerade wegen des neuen Fensters“, freut sich Nikolaus Blättermann.

Julia Klöckner und Nikolaus Blättermann blickten im Gespräch besorgt auf den wachsenden Antisemitismus. „Erschreckend, dass auf manchen Schulhöfen Jude als Schimpfwort benutzt wird. Hier müssen wir wachsam sein“, fordert Nikolaus Blättermann. „Niemand wird mit antisemitischen Gedanken geboren. Wenn so etwas beobachtet wird, sollte man nachschauen, woher diese Gedanken kommen“, stimmt Julia Klöckner ihm zu.

Seit den 1990 Jahren leben wieder Juden in Bad Kreuznach. Seit dem Jahr 2006 haben sie auch in der ehemaligen amerikanischen Militärkirche in der Alzeyerstraße einen eigenen Ort. Mit den neuen Fenstern, die am Abend von innen beleuchtet erstrahlen, wird die Freude an der Tora auch für alle Menschen außerhalb der Synagoge sichtbar. Ein schönes Zeichen! Doch die jüdische Gemeinde belässt es nicht dabei. Wer Interesse hat, kann jederzeit an einem Gottesdienst teilnehmen. Die Synagogentüren sind tagsüber geöffnet und jeder kann sich die schönen Fenster anschauen. Wenn Sie möchten, schauen Sie doch mal vorbei. Weitere Informationen unter unter: http://www.jg-badkreuznach.de/