Kinderklinik fehlt Einsatzfahrzeug mit Sonderrechten für Notfälle

 

Die Frühgeborenstation der kreuznacher diakonie hat zahlreiche Unterstützer, u.a. Auch die Ossig-Stiftung, in deren Beirat die heimische Abgeordnete Julia Klöckner aktiv ist. Auf sie ist nun Dr. Edmondo N.L. Hammond zugekommen, der als Oberarzt für die Früh-, Neugeborenen- und Kinderintensivstation verantwortlich ist. Durch ihn erfuhr Julia Klöckner erstmalig, dass die Kinderklinik derzeit nicht über ein Einsatzfahrzeug mit Sonderrechten für medizinische Notfälle verfügt. Dies hat zur Folge, dass bei jedem Notfalleinsatz ein separater Rettungswagen angefordert werden muss, um zur Einsatzstelle zu gelangen und die Patienten zu versorgen.

Dr. Hammond verfolgt seit mehreren Jahren mit Nachdruck das Ziel, eine Genehmigung für ein Blaulicht mit Sonderrechten als Dienstfahrzeug der Kreuznacher Diakonie zu erhalten. Allerdings hatte ein entsprechender Antrag an das Landesamt Mobilität aus dem Jahre 2014 keinen Erfolg, da die Genehmigung von Einsatzfahrzeugen in Rheinland-Pfalz nur privatfahrzeuggebunden oder über Hilfsorganisationen erfolgen könne, als welche die Kreuznacher Diakonie jedoch nicht eingestuft wird. Eine weitere Möglichkeit wäre die Kooperation mit einer Rettungsdienstgesellschaft, die jedoch erhebliche finanzielle und praktische Probleme im täglichen Betrieb mit sich bringt und daher für die Diakonie ebenfalls nicht in Frage kommt.


Deshalb schrieb Julia Klöckner an den Landesinnenminister mit Bitte um Unterstützung: „In Anbetracht des Aufgabenprofils der Kinderklinik ist es aus meiner Sicht sehr unbefriedigend, dass die Einrichtung bisher nicht über ein eigenes Einsatzfahrzeug verfügt. Es handelt sich um die einzige Abteilung für Neugeborene in der Region, die damit aufgrund ihrer Spezialisierung und Fachexpertise auch Notfallpatienten aus den Kliniken in Simmern, Bingen, Kirchheimbolanden, Zell und Idar-Oberstein betreut. Die Arbeit der Fachärzte wird derzeit jedoch neben den langen Anfahrtswegen zusätzlich durch die Tatsache erschwert, dass bei jedem Notfall zunächst ein separates Einsatzfahrzeug angefordert werden muss, wodurch es regelmäßig zu zeitlichen Verzögerungen von bis zu 20 Minuten kommt. Dies sind wertvolle Minuten, die in medizinischen Notfällen über Leben und Tod entscheiden können. Der Notstand in der Kinderklinik ist so groß, dass Notärzte teilweise bereits mit ihrem Privatfahrzeug und unter verantwortungsvoller Missachtung der Verkehrsregeln zum Unfallort fahren mussten, um den Patienten rechtzeitig zu helfen und Menschenleben zu retten.“


Durch ein Blaulicht mit Sonderrechten, das als Dienstfahrzeug der Kreuznacher Diakonie registriert wäre, könne im Notfall viel Zeit durch den Wegfall des Einladens notwendiger Ausrüstung und der Anforderung separater Einsatzfahrzeuge eingespart werden. Die Sonderrechte würden ausschließlich zum Zwecke des Transports des medizinischen Personals sowie lebensnotwendiger Medikamente in Anspruch genommen werden. Zudem hat sich Dr. Hammond in monatelangen, intensiven Vorgesprächen vergewissert, dass sein Projekt auch in finanzieller Hinsicht durchführbar ist.


Julia Klöckner an Minister Lewentz: „Vor dem Hintergrund der dringenden Notwendigkeit der Anschaffung eines Einsatzfahrzeuges für die Kreuznacher Kinderklinik bitte ich Sie darum, sich der Sache anzunehmen und die Kreuznacher Diakonie bei der schnellstmöglichen Realisierung ihres Anliegens zu unterstützen.“


In einem Antwortschreiben des Innenministers heißt es: Die beste Lösung sei die Einrichtung eines neuen Einsatzfahrzeuges; doch dafür wird auf die Zuständigkeit der örtlichen Rettungsdienstbehörde in der Kreisverwaltung verwiesen. Als einsatztaktisches Problem sehe man, dass die Rückführung des Notarztfahrzeuges nicht geklärt sei. „Ich hoffe sehr, dass Minister Lewentz seine Zusage bald umsetzt‚ eine Lösung im Sinne der bestmöglichen Versorgung zu gewährleisten. Nach seinen Worten werden sich die Mitarbeiter der zuständigen Fachabteilung mit der örtlich zuständigen Rettungsdienstbehörde abstimmen. Ich bleibe am Thema dran im Sinne all derer, die auf schnelle Hilfe angewiesen sind“, betont Julia Klöckner.