Mehr Fairness in globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten

Mit Vertretern des Weltladens, der Fairtrade-Bewegung, der Kirchen und Gewerkschaften habe ich mich in Bad Kreuznach über faire Produktions- und menschenwürdige Arbeitsbedingungen ausgetauscht. Anlass des Treffens mit Pfarrer Siggi Pick ist die aktuelle Debatte um ein sogenanntes Lieferkettengesetz, das Unternehmen verpflichten würde, für gute und menschenwürdige Produktionsbedingungen im Ausland zu sorgen. Im Gespräch ging es auch darum, was jeder Einzelne konkret mit seinem Einkaufsverhalten vor Ort bewirken kann. „Was entlang der globalen Wertschöpfungskette passiert, sei es in den Textilfabriken in Bangladesch oder den Kakaoplantagen in Westafrika, darf uns in Deutschland nicht egal sein. Gesunde und gute Arbeitsbedingungen sind ein menschliches Grundrecht und gehen uns alle an. Deshalb muss Deutschland hier mit einer starken Stimme sprechen und seine Erwartungen klar kommunizieren. Die anstehende EU-Ratspräsidentschaft wird hierzu eine gute Gelegenheit sein.

Die Lage ist komplex. Einerseits ist die Globalisierung der Märkte weit fortgeschritten, erhöht den Lebensstandard und bereichert den Alltag der BürgerInnen in Deutschland. Klar ist aber auch, sehr viele Produkte, die für das tägliche Leben wichtig und selbstverständlich sind, stammen aus Entwicklungsländern. Viele der Produkte und Rohstoffe, die Deutschland von dort bezieht, werden unter untragbaren Arbeitsbedingungen, für Hungerlöhne oder gar mit Kinderarbeit hergestellt. Diese Situation ist inakzeptabel. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft engagiert sich deshalb auf vielfältige Weise dafür, dass sie sich verbessert. So stellte ich jüngst einen 10-Punkte-Plan für nachhaltigen Kakao vor.  „Damit verstärken und konkretisieren wir die Anstrengungen der Bundesregierung, dass langfristig 100 Prozent der in Deutschland verkauften kakaohaltigen Endprodukte aus nachhaltigem Anbau stammen sollen. Mit dem 10-Punkte-Plan setzen wir ein starkes Signal und gehen die Probleme im Kakaoanbau an. Ziel ist, die Lebensumstände der Kakaobauern und ihrer Familien zu verbessern. Wir fördern zum Beispiel das Projekt "Pro Planteurs", das Bauern und speziell Bäuerinnen gezielt in nachhaltiger Kakaoerzeugung schult und so vor Ort Perspektiven schafft - das hat Modellcharakter. Ähnliche Initiativen gibt es für den Palmölsektor. Hier erwartet das Bundeslandwirtschaftsministerium, dass deutsche Unternehmen ausschließlich nachhaltig zertifiziertes Palmöl einsetzen.

Im Gespräch mit den Bad Kreuznacher Initiativen regte ich einen Austausch mit dem Lebensmitteleinzelhandel an. Schließlich sei er mit der Zusammenstellung seines Sortiments ganz entscheidend daran beteiligt, ob der Verbraucher anhand regional und fair produzierter Produkte eine eigene Entscheidung zu nachhaltigem Konsum treffen kann.

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