Mit einem großen Sommerfest hat das Haus Göttschied sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Ebenfalls unter den Gästen: die heimische Bundestagsabgeordnete und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. Gemeinsam mit Einrichtungsleiterin Jennifer Braun-Menold und Nicole Grundhöfer-Kukfisz aus dem Vorstand des Schwesternverbandes sprach sie mit Mitarbeitern und Bewohnern und machte einen Rundgang durch das Haus.
90 Seniorinnen und Senioren finden im Haus Göttschied ein Zuhause. Zum Angebot gehören neben dem Pflegewohnen auch Schwerstpflege und Palliative Care. 23 Plätze gibt es in einem geschützten Bereich für Menschen mit Demenz. Sie sind vollständig belegt, es gibt eine Warteliste. Julia Klöckner nutzte den Rundgang auch, um mit Mitarbeitern über ihren Arbeitsalltag zu sprechen. „Pflegekräfte leisten viel – und das in einem Beruf, in dem es nicht nur auf Fachwissen ankommt, sondern auch darauf, Zeit für die Bewohner zu haben. Deshalb interessiert mich bei solchen Besuchen besonders: Was funktioniert gut und wo machen wir den Pflegekräften ihre Arbeit unnötig schwer?“, so die Bundestagsabgeordnete.
Im Gespräch mit Jennifer Braun-Menold und Nicole Grundhöfer-Kukfisz ging es auch um eine der drängendsten Fragen in der Pflege: Woher kommen künftig genügend Fachkräfte? Internationale Mitarbeiter spielen dabei auch im Haus Göttschied eine wichtige Rolle. Der Wunsch aus der Praxis: Wer im Ausland bereits eine qualifizierte Pflegeausbildung absolviert hat, sollte seine Qualifikation in Deutschland möglichst schnell und ohne unnötige Hürden anerkennen lassen können.
Julia Klöckner unterstützt dieses Anliegen grundsätzlich. „Ohne Fachkräfte aus dem Ausland wird es nicht gehen – das gilt nicht nur für die Pflegeeinrichtungen, sondern genauso für unsere Krankenhäuser und viele andere Bereiche des Gesundheitswesens. Deshalb müssen wir es gut ausgebildeten Menschen leichter machen, hier in ihrem Beruf zu arbeiten. Wir können nicht dringend Personal suchen und gleichzeitig Fachkräfte über Monate oder länger in Anerkennungsverfahren festhalten“, betonte sie. Gleichzeitig sei für sie klar, dass eine anerkannte Ausbildung allein nicht ausreiche. Wer in der Pflege arbeite, müsse die deutsche Sprache ausreichend beherrschen.
Das sei keine Nebensache, betonte die Bundestagsabgeordnete: „Bei Medikamenten oder gesundheitlichen Beschwerden darf es keine Missverständnisse geben. Und Pflege ist etwas sehr Persönliches. Wenn jemand Hilfe beim Waschen, Anziehen oder bei anderen intimen Dingen braucht, muss er sagen können, was ihm unangenehm ist, wo er Schmerzen hat oder was er möchte. Und er muss verstanden werden.“ Deshalb gehörten schnellere Anerkennungsverfahren und gute Sprachkenntnisse für sie zusammen.
Ein weiteres Thema beim Rundgang war die Bürokratie. Noch immer verbringen Pflegekräfte viel Zeit mit Dokumentation und Prüfungen. Die CDU-geführte Bundesregierung hat deshalb das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege auf den Weg gebracht, das seit Jahresbeginn gilt. Pflegefachkräfte erhalten damit mehr Möglichkeiten, Aufgaben eigenständig zu übernehmen, zugleich sollen unnötige Dokumentations- und Prüfaufwände reduziert werden. „Nicht jede Dokumentation ist Bürokratie – manches ist für Sicherheit und Qualität unverzichtbar. Aber dort, wo Dinge doppelt erfasst oder mehrfach geprüft werden, müssen wir ran. Die Zeit der Pflegekräfte wird bei den Bewohnern gebraucht“, erklärte Julia Klöckner.
Zum Jubiläum gratulierte sie Bewohnern, Mitarbeitern und Verantwortlichen des Hauses: „20 Jahre Haus Göttschied sind vor allem 20 Jahre Arbeit für und mit Menschen. Viele Mitarbeiter haben hier über Jahre Bewohner begleitet und Angehörigen die Sicherheit gegeben, dass ihre Familienmitglieder gut aufgehoben sind. Dafür sage ich Danke.“
