Bereits am Vormittag herrscht geschäftiges Treiben in den Räumen der Tafel Idar-Oberstein. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sortieren, packen und stellen große und kleine Kisten mit Obst, Gemüse, Backwaren, Mehl und weiteren Lebensmitteln zusammen. Alles ist genießbar – nichts davon gehört in den Müll. Genau hier setzt die Arbeit der Tafeln an: Sie retten Lebensmittel und geben sie an Menschen weiter, die Unterstützung benötigen.
Bei ihrem Besuch machte sich die heimische Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner erneut persönlich ein Bild von der Arbeit vor Ort – und packte wie in den Jahren zuvor selbst mit an. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie viel hier bewegt wird und wie zielgerichtet geholfen wird“, betont Klöckner. „Die Tafeln verbinden konkrete Lebensmittelrettung mit sozialer Verantwortung – das ist ein unverzichtbarer Beitrag für unsere Gesellschaft.“ Mit dabei: CDU-Landtagskandidat Frederik Grüneberg, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung kreuznacher diakonie Pfarrer Prof. Dr. Holger Böckel, Einrichtungsleitung der Wohnungslosenhilfe Obere Nahe Tanja Theis und Teil ihres Teams.
Die Tafel Idar-Oberstein versorgt wöchentlich rund 320 Bedarfsgemeinschaften. Möglich wird dies durch das Engagement von etwa 30 Ehrenamtlichen, die nicht nur bei der Lebensmittelausgabe helfen, sondern auch im Tagesaufenthalt „Horizont“ in Idar-Oberstein tätig sind. Darüber hinaus übernehmen sie einen besonderen Dienst: Jeden Freitag fahren Ehrenamtliche zu Menschen, die nicht mehr mobil sind, und bringen ihnen Lebensmittel direkt nach Hause. „Gerade für ältere Menschen ist das ein unschätzbarer Beitrag – sowohl praktisch als auch menschlich“, betonte Julia Klöckner.
Gerade zu Beginn des Jahres fällt auf, dass die Menge an Lebensmittelspenden geringer ist, besonders zwischen den Feiertagen, wenn weniger Backwaren zur Verfügung stehen. Umso wichtiger ist die sorgfältige Planung: Die Ehrenamtlichen stellen die Pakete nicht wahllos zusammen, sondern achten auf individuelle Essgewohnheiten – etwa vegetarische Kost oder den Verzicht auf Schweinefleisch.
Das Angebot der Tafel ist vielfältig. Neben frischem Obst und Gemüse gehören Backwaren, Mehl sowie auch Futter für Hunde und Katzen dazu. „Hier sieht man sehr deutlich: Diese Lebensmittel sind nicht schlecht. Sie sind zu wertvoll für die Tonne“, so die CDU-Politikerin. „Die Tafeln leisten einen enormen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung und helfen gleichzeitig Menschen, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen.“
Auch die Entwicklung der Nutzerzahlen wurde thematisiert. Bei Geflüchteten aus der Ukraine ist ein Rückgang zu beobachten, da viele inzwischen Arbeit gefunden haben. „Das ist eine gute Nachricht“, betont Julia Klöckner. „Integration durch Arbeit ist der richtige Weg.“ Gleichzeitig bleibe eine Gruppe konstant auf Unterstützung angewiesen: ältere Menschen mit kleinen Renten. „Viele von ihnen kommen seit Jahren. Das zeigt, wie wichtig die Tafeln als verlässliche Anlaufstelle sind“, so Tanja Theis, Einrichtungsleitung Wohnungslosenhilfe Obere Nahe.
Bemerkenswert ist zudem, dass manche Menschen, die wieder Arbeit gefunden haben und keine Lebensmittel mehr benötigen, dennoch aktiv bleiben und sich ehrenamtlich engagieren, um etwas zurückzugeben. „Das zeigt, wie stark die Bindung zur Tafel und das Bewusstsein für Verantwortung sind“, so Julia Klöckner.
Die Bundestagsabgeordnete würdigte das ehrenamtliche Engagement ausdrücklich: „Was hier geleistet wird, ist alles andere als selbstverständlich. Ohne die vielen Freiwilligen würde dieses System nicht funktionieren. Sie schenken Zeit, Kraft und oft auch ein offenes Ohr – das kann man gar nicht hoch genug schätzen.“
Der Besuch machte einmal mehr deutlich: Die Tafel Idar-Oberstein ist weit mehr als eine Ausgabestelle für Lebensmittel. Sie ist ein Ort der Begegnung, des Miteinanders und der Verantwortung – für Menschen und für den bewussten Umgang mit Lebensmitteln.
