„Man muss selbst zum Faktenchecker werden“

Mai 15, 2026 | Pressemeldungen

Ein kurzer Ausschnitt aus einer Rede im Deutschen Bundestag auf TikTok, eine zugespitzte Schlagzeile auf Instagram oder ein täuschend echt wirkendes KI-generiertes Bild: Viele junge Menschen informieren sich heute in den sozialen Medien über Politik und das Weltgeschehen. Dazu gehören auch die Zehntklässler der IGS Herrstein-Rhaunen. Für die Schülerinnen und Schüler stand in dieser Woche nicht etwas Mathe oder Deutsch auf dem Plan, sondern ein Gespräch mit ihrer Bundestagsabgeordneten. An der IGS wurde Julia Klöckner vom stellvertretenden Schulleiter Jörg Burgard herzlich empfangen. Es war ein Wiedersehen. Schon mehrfach war sie an der Schule zu Gast. „Wer ist denn von euch auf TikTok?“, stellte Julia Klöckner gleich zu Beginn die Frage an die rund 70 Schülerinnen und Schüler. Keine Hand blieb unten.

Genau dort setzte auch die Diskussion an. Denn Nachrichten, Videos und politische Inhalte erreichen Jugendliche heute oft zuerst über soziale Medien. „Früher hat man abends die Nachrichten geschaut oder morgens Zeitung gelesen. Heute kommt alles direkt aufs Handy – schnell, emotional und oft ohne Einordnung“, so Julia Klöckner. Umso wichtiger sei es, Informationen kritisch zu hinterfragen. „Man muss heute selbst zum Faktenchecker werden.“

Gemeinsam mit den Jugendlichen sprach sie darüber, wie schwierig es geworden ist, echte Informationen von manipulierten Inhalten zu unterscheiden. Gerade durch Künstliche Intelligenz könnten Bilder, Videos oder Texte inzwischen täuschend echt verändert oder komplett neu erstellt werden. „Nicht alles, was professionell aussieht oder tausendfach geteilt wird, stimmt auch“, erklärte die CDU-Politikerin. Deshalb müsse man lernen, Quellen zu vergleichen, aufmerksam zu bleiben und sich nicht von Schlagzeilen allein leiten zu lassen.

Im Rahmen ihrer Wahlkreiswoche besucht die Bundestagsabgeordnete und Bundestagspräsidentin zahlreiche Einrichtungen, Unternehmen und Schulen in der Region. Der Austausch mit jungen Menschen sei ihr dabei besonders wichtig. Neben dem Thema Medienkompetenz berichtete sie den Schülerinnen und Schülern auch aus ihrem politischen Alltag in Berlin, erklärte Abläufe im Deutschen Bundestag und beantwortete Fragen zur Arbeit einer Bundestagsabgeordneten und Bundestagspräsidentin.

Wie sie denn mit Zwischenrufen und Störungen während einer Plenardebatte umgehe, wollte einer der Schüler wissen. Julia Klöckner erklärte, dass es im Bundestag klare Regeln gebe – von Redezeiten bis hin zum Verhalten im Plenarsaal. „Zwischenrufe gehören zu lebhaften Debatten dazu, aber es gibt Grenzen“, erläuterte sie. Wenn Regeln überschritten würden, könne die Sitzungsleitung Ordnungsrufe erteilen oder im Wiederholungsfall sogar Ordnungsgelder verhängen. Auch für Kleidung oder Symbole im Plenarsaal gebe es klare Vorgaben. „Im Grunde ist es wie in der Schule: Man setzt aus Respekt die Kappe ab und hält sich an gemeinsame Regeln. Der Deutsche Bundestag ist ein Ort der demokratischen Debatte – keine Bühne für Provokationen.“

Schulbesuche wie dieser seien ihr besonders wichtig, betonte Julia Klöckner zum Abschluss. „Politik lebt vom Austausch – gerade mit jungen Menschen. Wer Fragen stellt, mitdiskutiert und sich informiert, stärkt unsere Demokratie.“

Für die Schülerinnen und Schüler der IGS Herrstein-Rhaunen geht es bereits in der kommenden Woche nach Berlin in den Deutschen Bundestag.

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