Etwa 6000 Babys kommen in Deutschland jedes Jahr zu früh auf die Welt – ein Thema, das oft mit Sorgen und Ängsten behaftet ist. Als früh geboren gelten Kinder vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche. Gerade bei Frühgeborenen, deren Start ins Leben besonders herausfordernd ist, spielt die Förderung einer gesunden Entwicklung eine entscheidende Rolle. Hier setzt die Babymassage an, die längst nicht nur als Wellnessmaßnahme angesehen wird, sondern als wertvolles Werkzeug zur Unterstützung der frühkindlichen Entwicklung und zur Stärkung der Bindung zwischen Eltern und Kind.
„Eine Babymassage hat mehr zu bieten als entspannende Momente“, so Julia Klöckner, Bundestagsabgeordnete, die sich kürzlich mit Vertreterinnen der Deutschen Gesellschaft für Baby- und Kindermassage e.V. (DBGM) traf. Die Vorsitzende Susanne Feldmann hatte Klöckner in die Winzenheimer Geschäftsstelle eingeladen, um die Arbeit der Gesellschaft vorzustellen und über die positive Wirkung der Babymassage auf die frühkindliche Entwicklung zu sprechen.
Ziel der DBGM ist es, Eltern deutschlandweit durch Kurse zu begleiten. Hierbei geht es nicht nur um die richtige Technik, sondern auch um die Förderung einer respektvollen und liebevollen Kommunikation mit den Säuglingen. Ein zentraler Bestandteil der Babymassage ist das sogenannte „Babylesen“ – die Fähigkeit, die nonverbale Kommunikation und Körpersprache des Babys zu verstehen. Nur wenn sich das Baby auf die Massage einlässt, können die positiven Effekte, wie Stressbewältigung, bessere Schlafqualität und die Linderung von Koliken und Blähungen, vollständig zur Geltung kommen.
Nicole Michels, Kinderkrankenschwester und Kursleiterin, betont: „Unser Ziel ist es, Familien durch die Babymassage wertvolle Unterstützung zu bieten. Besonders die Mütter liegen uns am Herzen, denn ihr Wohlbefinden wirkt sich direkt auf die Entwicklung ihres Kindes aus.“ Doch auch die Väter spielen eine wichtige Rolle: Die Bindung zu ihnen wird ebenfalls gestärkt, was einen positiven Einfluss auf die frühkindliche Entwicklung hat.
Die Babymassage ist auch nach schwierigen Geburten von großer Bedeutung. Hier können die sanften Massagetechniken dazu beitragen, die körperliche und emotionale Gesundheit von Mutter und Kind zu fördern und das Vertrauen zwischen ihnen zu festigen. Ein weiterer Vorteil: Die Massage unterstützt die motorische Entwicklung des Kindes und hilft, den Alltag der jungen Familie zu entspannen.
Die DBGM ist Mitglied der International Association of Infant Massage (IAIM), einer weltweit größten gemeinnützigen Organisation, die Eltern durch Babymassagekurse dabei hilft, die ersten Jahre ihrer Kinder zu begleiten.
„In einer Zeit, in der junge Eltern häufig unter großem Druck stehen, ist es besonders wichtig, solche Initiativen zu unterstützen“, sagt Julia Klöckner. „Ich freue mich sehr, dass Susanne Feldmann sich bei mir gemeldet hat, um auf dieses wertvolle Thema aufmerksam zu machen.“
Die DGBM arbeitet eng mit verschiedenen Fachbereichen wie Jugendämtern, Hebammen, Gynäkologen und Kinderärzten zusammen, um möglichst vielen Eltern Zugang zu den positiven Effekten der Babymassage zu ermöglichen. Ein noch ungelöstes Problem: Die Kosten für die Kurse werden bislang nicht von den Krankenkassen übernommen, obwohl diese präventive Maßnahme dazu beiträgt, die körperliche und emotionale Gesundheit von Eltern und Kindern zu fördern. „Wir setzen uns dafür ein, dass Babymassage als präventive Maßnahme anerkannt wird und hoffen, dass die Krankenkassen die Kosten übernehmen“, erklärt Susanne Feldmann.
Im kommenden Jahr wird die Deutsche Gesellschaft für Baby- und Kindermassage e.V. ihr 30-jähriges Jubiläum mit einem Festakt in Berlin feiern und weiterhin für eine breitere Anerkennung und Förderung der Babymassage als Gesundheitsmaßnahme werben.
